Unterstützungsaktion für die Schulwerkstatt Lienz
Mit August sitzen über 20 Kinder der Schulwerkstatt auf der Straße, wenn es bis dahin keine Lösung für den Verbleib der Schulwerkstatt Lienz gefunden wurde. Ein eigens ins Leben gerufener „Gemeinnütziger Verein zur Beschaffung finanzieller Mittel für die Schulwerkstatt Lienz“ bemüht sich nun Mittel für ein Grundstück und den Bau eines Hauses aufzubringen und hofft auf die Unterstützung der „OB“-Leser.
Die Schulwerkstatt Lienz, vor sieben Jahren von Lilly und Mag. Norbert Feldner gegründet, ist eine von mehreren österreichischen alternativen privaten Schulen, die dem Schüler ein selbst bestimmtes Lernen, verbunden mit viel Bewegung und Ausleben der Kreativität, ermöglichen. Derzeit werden im Zentrum für selbst bestimmtes Lernen 23 Schüler durchgehend im Alter zwischen sechs und 14 Jahren betreut. Alle 9 Schulstufen können in der Schulwerkstatt absolviert werden. Hier wird also schon länger erfolgreich praktiziert, was nun von der neuen Mittelschule als „neu“ angeboten wird.
Bis August befristet
Bisher im Lienzer Ortsteil Mienekugel untergebracht, so war man vor ca. sechs Monaten gezwungen den Standort zu verlassen. „Ich habe im Bezirk 80 Spuren nach einem neuen Standort verfolgt – ergebnislos“, erklärt Schulleiter Norbert Feldner. Schließlich fand man im leer stehenden Arbeiterheim der Baufirma Alpine/Mayreder im Lienzer Industriebereich Peggetz bis August Unterschlupf. Dann läuft allerdings hier der Mietvertrag aus. Eine Verlängerung um ein weiteres Jahr ist nur möglich, wenn bestimmte Auflagen (z. B. der Nachweis von konkreten Lösungsansätzen) erfüllt werden.
Eigener Verein
In dieser Notsituation wurde nun ein „Gemeinnütziger Verein zur Beschaffung finanzieller Mittel für die Schulwerkstatt Lienz“ gegründet. Ihm gehört auch Architekt Dipl.-Ing. Georg Steinklammer an. „Ich habe als Architekt die Schulwerkstatt zwei Mal betreut: das erste Mal 2004 bei der Lösung raumordnungstechnischer Fragen für den ersten Standort im Ortsteil Mienekugel am Ostrand von Lienz und das zweite Mal beim Versuch zwei leerstehende Gebäude der TIWAG im äußerem Debanttal für den Schulwerkstattbetrieb anzumieten. Hier gelang es uns nicht, die Marktgemeinde Nußdorf-Debant - trotz der Erfüllung aller Auflagen – für eine Umwidmung zu gewinnen“, so Steinklammer. Die beste Lösung wäre seiner Meinung nach die Schule selbst zu bauen, wobei er die Planung dieses Lernzentrums mit Passivhausstandart unentgeltlich übernehmen würde.
Spielraum wichtig
Ideal wäre dafür ein Grundstück mit Randlage, denn die Schüler brauchen viel Raum für Bewegung, um das Gelernte besser verarbeiten und „speichern“ zu können. Das ist eine von mehreren Philosophien der Schulwerkstatt Lienz, die vom Verein „Mittelpunkt Mensch“ getragen wird. Auch den „Spielraum“ den Heranwachsenden anzubieten, ist in der Schulwerkstatt ein wichtiger Bestandteil, steht Spielraum doch für erforschen dürfen, sich bewegen dürfen, Fehler machen dürfen, fragen dürfen, weinen dürfen, experimentieren dürfen, einfach Kind sein dürfen. „Jede nicht geweinte Träne ist eine potentielle Krebszelle“, erklärt Mag. Norbert Feldner, der hofft, dass sich der ungewisse Zustand über die Standortfrage bald ändern wird.
Spendenkonto eingerichtet
Der Bericht ist zu lesen im Osttiroler Bote - Nummer 11 vom Do 12.März 2009
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